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Dauerbaustelle Leuschnerplatz

Stückwerk am Leuschnerplatz und Bowlingtreff geht weiter – fehlendes Gesamtkonzept führt zu massiven Zusatzkosten

In der heutigen Ratsversammlung verabschiedeten die Stadträte den Bebauungsplan Leuschnerplatz sowie demnächst voraussichtlich den Planungsbeschluss für das Naturkundemuseum im Bowlingtreff. Bei beidem ziehen sich die bereits seit Jahren mitgeschleppten Fehler von Stadtrat und Verwaltung weiter.

Nicht nur sieht der Bebauungsplan weiter statt mehr Wohnraum eine überdimensionierte Platzfläche vor. Diese Platzfläche soll wirtschaftlich genutzt werden, um noch mehr Veranstaltungen in der Innenstadt abwickeln zu können – Veranstaltungen, die jederzeit durch erwartbare pandemische Lagen plötzlich auf Jahre ausfallen könnten. Günstigen Wohnraum hingegen benötigen die Leipziger dringend und dauernd. Dieser wäre daher deutlich wirtschaftlicher.

Stadtpolitikerin Ute Elisabeth Gabelmann, die sich als Expertin seit Jahren intensiv mit der Entwicklung des ehemaligen Königsplatzes beschäftigt:

„Die Chance, den Leuschnerplatz als Gesamtfläche zu entwickeln und in den Dienst der Leipziger zu stellen, wurde leider vertan. Durch den verfrühten Verkauf von einzelnen Grundstücken und der eher wirren Verplanung einzelner Standorte ist ein abgestimmtes, wohldurchdachtes Gesamtkonzept nicht mehr erkennbar.“

Ebenfalls beschlossen wird voraussichtlich die Nutzung des unmittelbar auf dem Leuschnerplatz gelegenen Bowlingtreffs als neuen Standort des Naturkundemuseums. Dieses sollte zuerst auf das Spinnereigelände ziehen; die Kosten für den Standort explodierten dann dort aber wie vorausgesagt. Aber auch vom Bowlingtreff ist bereits jetzt bekannt, dass dessen Kosten den Standort Spinnerei noch übertreffen werden.

Gabelmann begleitete diese Entwicklung über Jahre kritisch im Bauausschuss der Stadt:

„Die Planung war leider von Beginn an schlecht und wurde immer wieder von Bau- und Museumsexperten bemängelt. Nur deswegen konnte schon der Spinnerei-Standort nicht gehalten werden. Jetzt in den Bowlingtreff zu ziehen, verschiebt das Problem nur: meine persönliche Begehung des Bowlingtreffs hat gezeigt, dass sich dort mittlerweile aufgrund der Feuchtigkeit sogar Salze bilden. Die wirklichen Probleme dort kommen erst noch und werden um ein Vielfaches teurer.“

Unter den völlig veränderten Bedingungen einer wachsenden Stadt fand seit elf Jahren keine Bürgerbeteiligungswerkstatt zur Zukunft von Leuschnerplatz und Bowlingtreff statt. Positive Beispiele wie Bayrischer Bahnhof oder Freiladebahnhof wurden nicht genutzt. Eine beispielhafte Bürgerbeteiligung organisierte Gabelmann daraufhin Jahre 2017 selbst. Für einen Umbau des Leuschnerplatzes zu einem vollwertigen Stadtviertel hatten sich wiederholt namhafte Architektenverbände und Fachverbände wie „Ökolöwe“ und „Stadt für alle“ ausgesprochen.

Über

Leipzigerin aus Leidenschaft. Verliebt in die Stadt. Mutter eines Zirkuskaters. Kennt die beste Eisdiele der Stadt.

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