Oberbürgermeisterwahl

Wahlprüfsteine Landeselternrat (LER) Sachsen

Bild von Wokandapix auf Pixabay

Im Wahlkampf erhalten die Kandidaten von Vereinen, Verbänden und Institutionen viele Bitten um programmatische Positionierung. Diese sogenannten „Wahlprüfsteine“ dienen dazu, die Kandidaten in bestimmen Aspekten des Programms, welche den Anfragenden besonders wichtig sind, vergleichbar zu machen. Ich veröffentliche hier, wie ich geantwortet habe.

Wie kann aus Ihrer Sicht Medienbildung an Schule gelingen? (Was wäre die Grundlage?)

Die Verknüpfung zwischen analoger und digitaler Welt, die uns mittlerweile vollkommen selbstverständlich ist, muß auch Kinder in Fleisch und Blut übergehen. Gelingen tut Medienbildung dann, wenn Lehrer in ihrer Aufgabe als Lehrkraft wirken können, statt Projektanträge für eine digitale Ausstattung der Schulen schreiben zu müssen, wie es der „Digitalpakt“ von Burkhard Jung gerade vorsieht. Die Grundlage für Medienbildung sind daher versierte Lehrer und interessierte Schüler. Solange es als Digitalisierung gilt, wenn man Unterricht mit einem Tablet macht statt mit der Kreidetafel, solange Microsoft oder Apple ganze Schulklassen ausstatten, ohne über die Risiken ihrer Produkte aufzuklären, wird Medienbildung immer falsch verstanden sein. Digitalisierung ist kein Selbstzweck, Unterricht wird nicht mit Tablets automatisch schöner, das Wissen verhaftet durch ein YouTube-Video nicht zwingend besser im Hirn. Aber Digitalisierung bietet die Möglichkeit, im Unterricht mehr auf Augenhöhe mit den wahren „Digital Natives“, den Kindern zu kommen, die keine Welt ohne Internet und Computer je kennengelernt haben.

Was muss sich aus Ihrer Sicht ändern im Personalmanagement der Stadt Leipzig?

Es bedarf zuerst mal eine anderen Kultur der Wertschätzung von Kompetenzen. Derzeit ist ein geradliniger und möglichst beeindruckend klingender Lebenslauf die Grundlage für viele Personalentscheidungen. Das ist falsch. Uns entgehen sehr viele kompetente und qualifizierte Menschen mit bunten und „gebrochenen“ Lebensläufern, die bereichernd für die Stadtverwaltung sein können. Auch Bewerbungsabläufe müssen aufgelockert werden. Hierarchien können deutlich flacher werden. Derzeit sind die Befehlsketten fast wie im Buckingham Palace. Als Oberbürgermeisterin werde ich dies vorleben und immer mal ein „Praktikum“ in den verschiedenen Bereichen machen, um auch andere Teams und Kollegen kennenzulernen.
Für Erzieher heißt das: selbstverständlich müssen diese in Pädagogik und Didaktik qualifiziert sein oder werden. Es spricht jedoch nichts dagegen, die Erlebnisbreite in der Erziehung unserer Kinder auch dadurch sicherzustellen, daß diese auch mit Erziehern aus verschiedenen Lebenshintergründen zusammenkommen.

Was können wir von Ihnen in Ihrer Legislatur erwarten im Bereich Familie, Jugend und Bildung?

Ich setze mich für flächendeckende Schulsozialarbeit ein. Auch die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an (auch schulischen) Entscheidungen werde ich durchsetzen. Kurze und sichere Schulwege erreichen wir durch mehr Zebrastreifen und eine passgenaue Zuweisung von Schulplätzen. Das Schulbauprogramm unterstütze ich. Für Jugendclubs lege ich ein detailliertes Konzept vor. Längeres gemeinsames Lernen (ob in einer Gemeinschaftsschule oder anderen Schulformen) begrüße ich.

Über

Leipzigerin aus Leidenschaft. Verliebt in die Stadt. Mutter eines Zirkuskaters. Kennt die beste Eisdiele der Stadt.

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